Was lange als Tabu galt, macht heute Schlagzeilen. Burnout ist auf dem
Vormarsch. Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist in den letzten zehn
Jahren geradezu explodiert. Die Fehlzeiten in den Betrieben aufgrund
psychischer Leiden haben um 80 Prozent zugenommen. Die Belastungen
steigen, der Druck wächst. Krankenkassen bezeichnen Burnout bereits als
neuen Volkskrankheit. Der Arbeitsplatz gilt dabei als Stressfaktor
Nummer Eins.
Jetzt ist es Zeit, über das Problem nicht nur zu
reden, sondern etwas dagegen zu tun. Die neue Ausgabe dieses Buches
lotet aus, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen und welche
Praxiserfahrungen bereits vorliegen. Auf der politischen Ebene sind die
Dinge in Bewegung gekommen – die gewerkschaftlichen Forderungen, den
psychischen Belastungen im Regelsystem des Arbeitsschutzes einen
eigenständigen Stellenwert zu geben und die Schutzlücke zu schließen,
werden aufgegriffen, teilweise kontrovers diskutiert, aber ernst
genommen und entwickeln politische Wirksamkeit. Das Buch versammelt
Beiträge, die diesen offenen politischen Gestaltungsprozess
dokumentieren. Zugleich ist zum Thema Arbeitsstress auch eine rege
wissenschaftliche Diskussion in Gang gekommen. Daraus ergeben sich
zahlreiche Impulse für ein konstruktives Vorgehen. Neue Kooperationen
zwischen Wissenschaft und Gewerkschaft werden möglich.