
»Was wird aus Gute Arbeit in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise? Entpuppt sich das Konzept jetzt als ein Schönwetterthema, das in der politischen Landschaft keinen Platz mehr hat? So fragen jetzt viele. Ich sehe das nicht so. Die Arbeitgeber rufen nach dem Staat, also auch nach dem Steuerzahler, und wälzen gleichzeitig die Lasten der Wirtschaftskrise auf die Beschäftigten ab und verschlechtern ihre Arbeitsbedingungen. Finanzmarktkrise und Wirtschaftskrise radikalisieren die Zumutungen an die Beschäftigten und lassen Gesundheit und Qualität der Arbeit zu einem noch prekäreren Gut werden als ohnehin schon. Themen wie psychische Belastungen und durch die Arbeit bedingte psychische Erkrankungen, wachsender Druck auf die vielen prekär Beschäftigten, Zweifel an der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente – sie bleiben aktuell und brisante Handlungsfelder der Initiativen für Gute Arbeit. Deshalb sollte unsere Ansage gegen Krisenabwälzung neben „keine Entlassungen" und „keine Einkommensverschlechterungen" auch heißen: „Keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen". Gerade in der Krise ist Gute Arbeit ein enorm wichtiges Widerstandsprojekt, das auch offensive und nachhaltige Elemente eines solidarischen Auswegs aus der Krise zeigt. Deshalb bleibt das Jahrbuch Gute Arbeit aktuell und wird die nächste Ausgabe erst recht aktuell sein.« Klaus Pickshaus